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Der Schafstall im Häsen

von Erika Jaschinski
Freetz im Mai 1998

SchaukastenDie Haltung von Heidschnucken ist im 19. Jahrhunder für die Börde Sittensen ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor gewesen. Die Heidschnucken lieferten von kargen Böden wie der Heide oder von der Brache Fleisch, Wolle, Fett, Milch und Dung. So wurde im 19. Jahrhundert in Sittensen ein Schafmarkt abgehalten der von Otto Schulte beschrieben wird: Die überzähligen Lämmer, die Absetzbocken und Even werden insgemein Anfang September meistbietend in Groß Sittensen verkauft. Sie werden vom Schäfer ausgesucht und dahin getrieben. Der Verkauf wird in den benachbarten Kirchorten bekannt gemacht.

Der Stall ist in zwei Ständerbauweise mit beidseitiger Kübbung gebaut. Er ist ein sogenannter Außenstall, in dem die auf den Gemeindewiesen laufenden Schafe in der Nacht untergebracht waren.

Der Schafstall ist von der Gemeinde Sittensen im Jahre 1993 gekauft worden. Er gehörte davor zu Harm Müllers Haus in Klein Sittensen.

Schafstall


Am Rande des Moores, da wo die Heide steht,
wo der Weg vom Dorf vorbei an Weiden und Feldern geht,
da steht unter mächtigen Eichen verdeckt,
der alte Schafstall - ein bißchen versteckt.

Früher gab es am Stall ein reges Treiben,
denn Schäfer samt Hund mußten die Schafe weiden.
Durchs Heidekraut weiter - bis hinten zum Moor,
den Blick wohl oft bang zu den Wolken empor.

Wie einsam ist es jetzt hier am Schafstall und still,
komm Wanderer setz dich nieder und sag nicht "ich will".
Lausche dem Singen - such' den Zauber mit Blicken,
von dort hinten dir Weiden und Birken zunicken.

Hörst du das Hämmern des Spechts, der Schnepfen Geschrei?
Des Nachts zieht hier leise die Eule vorbei.
So war es - so ist es - mö es immer so sein,
der Platz hier am Schafstall soll den Wanderer erfreun.