Heimatverein


  der Börde Sittensen e.V.


Altes erhalten - Neues gestalten


Vortrag über Autobahnbau 1934–1936 fesselt Zuhörer im Heimathaus

 

Am Mittwoch, den 2. April 2025, lud der Heimatverein Sittensen zu einem historischen Vortrag mit Dr. Dörfler ins Heimathaus ein. Das Interesse war groß – nahezu alle Plätze waren besetzt.

Dr. Dörfler beleuchtete eindrucksvoll die Arbeitsbedingungen beim Bau der Autobahn zwischen 1934 und 1936, insbesondere im 70 Kilometer langen Abschnitt rund um Sittensen. Die Arbeiter mussten unter schwersten Bedingungen mit Schaufeln und wenigen Maschinen wie den sogenannten „Fröschen“ (Explosionsstampfern) den Boden bewegen. Trotz der primitiven Technik wurde die Strecke in nur zwei Jahren fertiggestellt. Die Arbeit war jedoch lebensgefährlich: Statistisch gesehen kam auf sechs Kilometer fertiggestellte Autobahn ein Todesopfer.

Besonderes Augenmerk legte Dörfler auf das Arbeiterlager Gyhum. Dort waren vor allem arbeitslose Berliner untergebracht, die zur Zwangsarbeit an der Autobahn verpflichtet wurden, um ihre Wohlfahrtsunterstützung zu behalten. Die extrem harten Arbeitsbedingungen und verzögerten Lohnzahlungen führten schließlich zu einem Streik – ein in der NS-Diktatur undenkbares Ereignis. Die Reaktion war strikt: Ein Sonderzug brachte die protestierenden Arbeiter nach Berlin, wo sie der Gestapo übergeben wurden, einige kamen sogar ins KZ.

Bereits in der Pause wurde unter den Zuhörern angeregt diskutiert, viele tauschten eigene Erinnerungen und Familiengeschichten aus. Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete spontan der Enkel eines damals in Gyhum tätigen Bauingenieurs von Siemens von der Arbeit seines Großvater. Er war eigens für den Vortrag aus der Nähe von Cuxhaven angereist und schilderte die einfachen Lebensbedingungen: Sein Großvater sei in einem Bauernhaus in Hesedorf untergebracht gewesen – ohne fließendes Wasser und unter sehr bescheidenen Umständen.

Der Vortrag warf ein eindrückliches Licht auf ein oft vernachlässigtes Kapitel der deutschen Geschichte und wurde von den Zuhörern mit großem Interesse verfolgt.


Duo begeistert Sittensen

Pausenhalle fast bis auf den letzten Platz gefüllt

 

Mit einem humorvollen Programm sorgte das Duo am vergangenen Freitag in der voll besetzten Pausenhalle Sittensen für beste Stimmung. Quer durch alle Genres und Sprachen präsentierten die beiden Künstler einen Hit nach dem anderen: Evergreens von Udo Jürgens und Elton John wechselten sich ab mit plattdeutschen Klassikern, Schlagern, Balladen und Kultsongs. Das Publikum sang begeistert mit, klatschte im Takt und schnipste ausgelassen zu den bekannten Melodien. Spätestens bei „Ein bisschen Frieden“ von Nicole, Nina Hagens unvergesslichem „Farbfilm“ oder Cornelia Froboess’ „Pack die Badehose ein“ war das Publikum nicht mehr zu halten.

 Zur Begrüßung und in der Pause verwöhnte das Team des 12. Jahrgangs der Ostetalschule unter der Leitung von Antonia Borchers die Gäste kulinarisch: Von Aperol über Sekt und Wein bis hin zu Bier, Laugenbrezeln und frisch gebackenen Waffeln blieb kein Wunsch offen. „Antonia Borchers und ihr Team haben das großartig gemacht – da greifen wir gern wieder drauf zurück“, lobte Heinz-Hermann Evers, Vorsitzender des Heimatvereins Sittensen, der die Veranstaltung organisiert hatte.

 Alles in allem ein rundum gelungener Abend mit zwei tollen Gesangsstimmen, den Elke Oppermann mit viel Humor im Gespräch mit ihrer Kollegin und dem Publikum unterhielt, während Elisabeth Lohof durchgehend für verlässlich-souveräne Gitarrenbegleitung sorgte.

Groß Sittensen – Gestern und Heute vom 09.März bis zum 04.Mai 2025

Ausstellung in der Wassermühle feierlich eröffnet


Gestern Abend wurde im Handwerkermuseum Sittensen die Bilderausstellung „Groß Sittensen – Gestern und Heute“ nach einer Einführung von Museumsleiterin Kerstin Thölke vom stellvertretenden Sittenser Bürgermeister Thomas Miesner und dem Vorsitzenden des Heimatvereins Heinz-Hermann Evers feierlich eröffnet.

Vom 9. März bis zum 04. Mai 2025 zeigt die Ausstellung den bis 1960 eigenständigen Teil Sittensens „Groß Sittensen“ im Wandel der Zeit. Anhand historischer Fotografien von Höfen, Häusern und ihren Bewohner*innen sowie ergänzender Informationen vermittelt sie anschaulich die Geschichte Groß Sittensens. Auch die Entwicklung des Ortes bis heute wird thematisiert.

Auf 33 Plakaten werden historische Abbildungen der alten Wohnhäuser, wie das letzte Rauchhaus in Sittensen oder das im Gegensatz dazu bis heute erhaltene Haus Gohde gezeigt. Aber auch die Entwicklung vieler Geschäfte, Gaststätten und Handwerksbetriebe, so des Kaufhauses Kruse, des Niedersachsenhofes oder der ehemaligen Schmiede Wahlers, wird in den Blick genommen.

Die Ausstellung dokumentiert die Veränderungen, die das damalige Groß Sittensen sowohl im Ortsbild als auch im Leben der Menschen in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat.

Die Schau entstand in Kooperation des Heimatvereins der Börde Sittensen e.V., mit dem Handwerkermuseum Sittensen. Sie bildet den Abschluss der Ausstellungsreihe "Dörfer unserer Börde", die die Orte der Börde Sittensen im Landkreis Rotenburg/Wümme portraitiert.

Weitere Infos

Foto: Heidrun Meyer

Vielen Dank!


Wir bedanken uns ganz herzlich bei Apotheker Lars Janzen von der Börde Apotheke Sittensen für eine Spende in Höhe von 300,- € für unsere Vereinsarbeit. Diese konnten unser Vorsitzender Heinz Hermann Evers und die Vorstandsmitglieder Uwe Thies und Stefan Tiemann jetzt in Empfang nehmen.

Mit der Spende werden wir im Frühjahr den Eingangsbereich unseres Hauses der Vereine und der Geschichte in der Scheeßeler Straße wieder mit ansprechender Bepflanzung versehen.



Dionysius-Medaille für Martha Suhr

 

Anlässlich des diesjährigen Neujahrsempfangs der Gemeinde Sittensen wurde unserem Ehrenmitglied Martha Suhr eine weitere besondere Ehrung zu Teil. Sie erhielt aus den Händen von Bürgermeister Diedrich Höyns die Dionysius-Medaille nebst zugehöriger Verleihungsurkunde.

Die Gemeinde Sittensen würdigt damit ehrenamtlich Tätige, die sich in besonderer Weise für unser Gemeinwesen einsetzen. Und für das Sittenser Orginal, Gesicht und Frau der ersten Stunde des Heimatvereins in der legendären Montagsrunde trifft dies unbestritten zu.

Die 92-jährige nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen und kommentierte in die ihr eigenen bescheidenen Art: „Ich hab doch gar nichts Besonderes gemacht. Sich für seinen Ort und für die Allgemeinheit einzusetzen, das haben mir meine Eltern schon so beigebracht.“


Das Titelbild des Historischen Kalenders 2025: Das Wohn- und Geschäftshaus Heinrich Ehlen in der Bahnhofstraße

Historische Ansichten aus Groß Sittensen

Neuer Kalender für das Jahr 2025 wirft einen Blick auf das historische Sittensen

 

Unter dem Titel „Historische Ansichten aus Groß Sittensen. Ein Bildkalender für das Jahr 2025“ geben das Handwerkermuseum und der Heimatverein der Börde Sittensen wieder einen historischen Kalender heraus. Der Wandkalender zeigt 13 ausgewählte Fotografien des Bördeortes und wirft einen Blick auf vergangene Zeiten.

Die Ansichten von Höfen, Häusern und ihren Bewohnern geben einen anschaulichen Eindruck vom historischen Groß Sittensen. So zeigt das Titelbild das Wohn- und Geschäftshaus Heinrich Ehlen, das auch heute noch in der Bahnhofstraße zu finden ist. Vom Hochzeitszug zur Sittenser Kirche über die Gaststätte Gülßam, dem späteren Niedersachsenhof, hin zur Ansicht vom „Haus der Vereine“ im Bau – der Kalender vermittelt spannende Einblicke in das alte Sittensen und die Lebenswelt der Menschen im Ort.

Der historische Kalender erscheint anlässlich der Sonderausstellung „Groß Sittensen – Gestern und Heute“, die ab März 2025 im Handwerkermuseum Sittensen zu sehen sein wird.

Die Fotografien stammen aus dem Fotoarchiv der Gemeinde Sittensen und aus privaten Beständen. Sie wurden mit ehrenamtlicher Unterstützung aus der Gemeinde Sittensen und des Heimatvereins der Börde Sittensen e. V. zusammengetragen.

Erhältlich ist der Kalender für 20 Euro beim Heimatverein der Börde Sittensen e.V., bei Getränke Meyer und Papier Ehlen in der Bahnhofstraße, bei Haushaltswaren Kramer sowie bei der Touristikinformation in der Wassermühle. Der Verkauf findet auch im Rahmen des diesjährigen Erntedankfestes am Sittenser Heimathaus statt.

 

Ansprechpartnerin:

Kerstin Thölke

Handwerkermuseum Sittensen

04282 9300 1653

handwerkermuseum@sg.sittensen.de


Termine und Veranstaltungen

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